lebendige Gemeinde

Osterkerze aus Petersberger Bienenwachs

Ein besonderer Osterduft in der Rabanus-Maurus-Kirche

 

Ein Großteil der Katholiken besucht wahrscheinlich mindestens einmal zwischen Gründonnerstag und Ostermontag die Kirche. Am Gründonnerstag verstummt nach dem Gloria die Orgel und der Altar wird nach der Eucharistiefeier abgedeckt. Mit der Messe am Gründonnerstag beginnt das sog. Triduum Paschale (österliche drei Tage) bzw. Triduum Sacrum, die heiligen 3 Tage (Gründonnerstag, Karfreitag und Ostersonntag), die mit dem Tag der Auferstehung des Herrn enden.

Werden die ersten beiden Tage noch in aller Stille und Trauer zelebriert, so steht der Ostersonntag ganz im Zeichen der Freude und des Feierns. Hier wird die Kirche in ein Meer aus Blumen, Glockengeläut und Chorgesang gehüllt, um der Freude über den Sieg Gottes über Sünde und Tod Ausdruck zu verleihen. Noch Tage später atmet man in der Kirche den Weihrauchduft ein, den die Messdiener großzügig in jedem Gottesdienst als Zeichen der Gegenwart Gottes verteilen.

In diesem Jahr jedoch war/ist alles anders! Aufgrund der Corona-Pandemie konnten die Karwoche und auch die Osterfeierlichkeiten nicht in der gewohnten Weise stattfinden, Gottesdienste waren zu dieser Zeit nicht erlaubt. Viele Petersberger zog es aber auch während dieser Tage in die Rabanus-Maurus-Kirche, wo Ehrenamtliche verschiedene Aktionen bzw. Stationen aufgebaut hatten, um die Christen so durch die Kartage zu begleiten.

zwischen Alpha und Omega
 

Am Ostersonntag empfing die Besucher jedoch etwas ganz besonderes in der Rabanus-Maurus-Kirche: Nicht Weihrauch- sondern der Duft von echtem Bienenwachs durchzog die Kirche und erinnerte so manchen an das Exsultet, den Höhepunkt der Liturgie der Osternacht: Die Osterkerze zieht als einziges Licht in die komplett dunkle Kirche ein und wird verteilt, so dass es in der Kirche immer heller wird. Das Licht besiegt die Dunkelheit und symbolisiert somit den Sieg des Lebens über den Tod – die Auferstehung Jesu wird greifbar. Im Exsultet, dem Osterlob, wird die Osterkerze deshalb auch besonders verehrt und die Bienen, die das Material hierfür liefern, finden besondere Erwähnung. In der Regel werden Osterkerzen heute u.a. auch aus Kostengründen nicht mehr rein aus Bienenwachs gefertigt, jedoch gibt es kirchliche Vorgaben wie hoch der Bienenwachsanteil mindestens sein muss.

Osterkerze 2020

Warum also können die Petersberger in diesem Jahr in der Rabanus-Maurus-Kirche einen derart intensiven Bienenwachsgeruch wahrnehmen?


Die Frage ist leicht zu klären: die diesjährige Osterkerze ist zu 100% aus echtem Petersberger Bienenwachs!


Wie es dazu kam? Hier spielte wohl mehrmals der sprichwörtliche „glückliche Zufall“ eine Rolle: Friedrich Gundlach, ein Fuldaer, zog Ende der 60er Jahre mit seiner Ehefrau in deren Elternhaus Am Ziegelberg. Einige Jahre später hatte sich in seinem Kirschbaum zufällig ein Schwarm Bienen niedergelassen und Gundlach musste handeln. So war der erste Kontakt zwischen ihm und den Bienen hergestellt. Mittlerweile nennt Gundlach 12 Bienenstöcke sein eigen, welche artgerecht auf seinem weitläufigen Grundstück leben. Neben der Herstellung von Honig beschäftigt er sich auch mit der Gewinnung von Bienenwachs: Die Waben werden zunächst erhitzt, so dass das Wachs austropfen kann, anschließend wird es mittels Dampfschmelzung gereinigt, damit selbst kleine Schwebteile separiert werden – eine Sisyphusarbeit, die viel Zeit und Geduld erfordert.

Für die Herstellung einer Osterkerze werden 19 kg Bienenwachs benötigt, also eine mehrjährige Arbeitsleistung der Bienen ist notwendig. Doch: Wer stellt heute noch Kerzen aus reinem Bienenwachs als Auftragsarbeit her? Hier kam Friedrich Gundlach zum 2. Mal der Zufall zu Hilfe: Bei einem Treffen mit befreundeten Imkern erhielt er die Adresse einer Kerzenmanufaktur in Burgau östlich von Ulm, die aus seinem Wachs die Kerze fertigen würde.

 

Und warum erhielt die Pfarrei St. Peter dieses wertvolle „Ostergeschenk“?


Ein dritter Zufall ist hierfür die Ursache. Bereits 2015 schenkten Gundlachs der Pfarrei eine Bienenwachskerze, inzwischen hatte sich wieder ein Vorrat angesammelt und man überlegte, was damit geschehen solle. Im Sommer 2019 fand das Rathausplatzfest statt und Pfr. Pasaribu setzte sich – wieder ein Zufall -  zu dem Ehepaar an den Tisch. Man kam ins Gespräch und Friedrich Gundlach wollte wissen, ob Pasaribu denn nun Pfarrer in Petersberg werden würde. Dieser konnte darüber noch keine Auskunft geben, hatte er ja auch das Pfarrexamen noch nicht in der Tasche. So versprach Friedrich Gundlach: „Wenn Sie hier am Petersberg Pfarrer werden, dann schenke ich der Pfarrei erneut eine Osterkerze aus echtem Petersberger Bienenwachs!“


Und so können sich in diesem Jahr alle Petersberger an einer wirklich besonderen Osterkerze erfreuen: Konnte man das Exsultet – das Osterlob – in diesem Jahr in der Rabanus-Maurus-Kirche nicht „live“ hören, so konnte man es auf eine andere Art erspüren und „erriechen“.

Text: Nicola Jahn, Fotos: Karl-Oskar Aha und Nicola Jahn

Togar Pasaribu und Friedrich Gundlach

Togar Pasaribu und Friedrich Gundlach

 
 
 

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